Von der Werkstatt zum Unternehmen: eine strukturierte Entwicklung
Die Geschichte von G.S.G. Metal, einem in der Lombardei ansässigen Metallbauunternehmen mit Sitz in Villa di Chiavenna (Sondrio), begann 1997 als kleine, familiengeführte Handwerkswerkstatt. Im Laufe der Jahre hat sich das Unternehmen rasch zu einer gut organisierten Struktur entwickelt und dabei sein Fachwissen sowie seine ursprünglichen Tätigkeitsbereiche schrittweise erweitert. Ausgehend von der Leichtmetallverarbeitung hat das Unternehmen sein Tätigkeitsfeld auf Tiefbauprojekte und Betonfertigteile ausgeweitet und ein umfassendes Betriebsmodell entwickelt, das den gesamten Zyklus abdeckt – von der hauseigenen Konstruktion bis zur Herstellung von Schalungen.
Mit rund 14 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 2,5 Millionen Euro verfügt G.S.G. Metal heute über eine starke Marktpräsenz, die sich vor allem auf Italien konzentriert, wobei gleichzeitig ein bedeutender und strategisch wichtiger Exportanteil in die Schweiz aufrechterhalten wird. Die aktuellen Projekte reichen von Konstruktionen für private Treppenhäuser über Brandschutzsysteme bis hin zu komplexen Tiefbauprojekten und gemeinsamen Entwürfen mit Architekten für maßgeschneiderte Einrichtungselemente.
Unter der Leitung von Gil Ghiggi – dem Sohn des Gründers Sergio – positioniert sich das Unternehmen auf dem Markt als echtes Hybridunternehmen. Diese doppelte Identität ermöglicht es G.S.G. Metal, die für die Handwerkswelt typische maximale Flexibilität mit der Effizienz und Präzision einer industriellen Organisation zu verbinden und dabei eine hohe Kompetenz für maßgeschneiderte Lösungen in einem Marktumfeld zu bewahren, das durch schwankende Rohstoffkosten und komplexe Konstruktionen gekennzeichnet ist.
Die digitale Entscheidung: Über das 2D-Design hinaus
Der technologische Wendepunkt kam im Jahr 2023, als die Geschäftsführung beschloss, den traditionellen Ansatz auf der Grundlage zweidimensionaler Zeichnungen hinter sich zu lassen und auf integriertes, parametrisches 3D-Design umzusteigen. Die strategische Wahl fiel auf TopSolid, die vertikale CAD-Lösung, die vom französischen Softwareunternehmen TopSolid entwickelt und speziell für die metallverarbeitende Industrie konzipiert wurde.
Dank spezieller Bibliotheken und branchenspezifischer Befehle gelang es der Konstruktionsabteilung, die Modellierung komplexer Strukturen wie Treppen, Geländer und Industriegestelle drastisch zu vereinfachen. Als Multimaterial-System ist die Plattform in der Lage, verschiedene Konstruktionsdisziplinen – von der reinen Mechanik bis hin zu ergänzenden Fertigungsprozessen – in derselben digitalen Umgebung zusammenzuführen und zu integrieren.
Die zentrale Rolle des integrierten PDM
Ein herausragendes technisches Merkmal ist das nativ in die Plattform integrierte PDM-Modul (Product Data Management). Dieses Tool ermöglicht es G.S.G. Metal, Daten, Revisionszyklen und komplexe Dokumenten-Workflows sicher zu verwalten, ohne auf externe Software angewiesen zu sein. Die Konstruktionsabteilung kann somit an umfangreichen Dateien arbeiten und dabei sicher sein, dass die Daten aufeinander abgestimmt sind und die Historie der Konstruktionsänderungen ordnungsgemäß organisiert ist.
Vom Entwurf bis zur Werkstatt: operative Kontinuität
Das grundlegende Ziel der Investition wird durch die betriebliche Kontinuität zwischen der Konstruktionsabteilung und der Fertigung erreicht. Mit TopSolid’Steel ist das 3D-Modell nicht mehr nur eine visuelle Darstellung, sondern wird dank der automatischen und sofortigen Erstellung aller Fertigungsunterlagen zur direkten Produktionsquelle.
- Erstellung von Werkstattzeichnungen, Zuschnittlisten und der vollständigen Stückliste mit einem Klick.
- Drastische Reduzierung der Übergangszeiten und manueller Zwischenschritte.
- Native Integration mit CAM-Modulen zur direkten Steuerung von Werkzeugmaschinen (Laser-, Plasma- und Wasserstrahlschneiden).
Vom 3D-Scan zur realen Umgebung
Ein weiterer Schritt zur Optimierung des Arbeitsablaufs ist die nahtlose Integration zwischen Konstruktion und Vermessung vor Ort. G.S.G. Metal nutzt 3D-Scanner, um die Realität vor Ort millimetergenau zu erfassen. Die daraus resultierende Punktwolke wird direkt in TopSolid’Steel importiert, wodurch herkömmliche manuelle Messungen auf Papier vollständig entfallen.
Dieser Ansatz ermöglicht es Konstrukteuren, Metallkonstruktionen direkt auf der Grundlage realer Daten von der Baustelle zu entwickeln. So lassen sich entscheidende vorbeugende Prüfungen – wie automatische Überprüfungen auf strukturelle Überschneidungen und Kollisionen – durchführen, bevor das Material physisch zugeschnitten oder in der Werkstatt montiert wird, wodurch Kosten aufgrund von Nichtkonformitäten reduziert werden.
Der visuelle Mehrwert von 3D für die Produktion und den Kunden
Neben den rein numerischen und betrieblichen Vorteilen hat sich das parametrische 3D-Modell als außergewöhnliches Werkzeug für die interne wie auch externe Kommunikation erwiesen. Es erleichtert dem Endkunden das sofortige Verständnis des Projekts während der Genehmigungsphase und bietet gleichzeitig den Mitarbeitern in der Fertigung wesentliche Unterstützung.
„Eine 2D-Zeichnung ist am Arbeitstisch manchmal schwer zu interpretieren, während das 3D-Modell das Endergebnis sofort klar und transparent macht. Für unsere Mitarbeiter in der Fertigung ist eine derart detaillierte visuelle Referenz unverzichtbar, da sie ihnen hilft, die Geometrie des Bauteils besser zu verstehen und Fehler bei der Montage und beim Schweißen drastisch zu reduzieren.“
Gil Ghiggi, Inhaber von G.S.G. Metal
Dank der direkten technischen Unterstützung vor Ort durch TopSolid Italia und eines gezielten, strukturierten Schulungsprogramms (das auch aus der Ferne durchgeführt wurde) hat G.S.G. Metal diese Technologien erfolgreich in den täglichen Betriebsablauf integriert und damit ein hybrides Modell etabliert, das die für die maßgeschneiderte Metallfertigung typische Liebe zum Detail mit der Leistungsfähigkeit der digitalen Industrie verbindet.